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Unsere Geschichte

Der Ursprung der Wallfahrtskirche Engelberg geht bis auf heidnische Zeiten zurück. Eine nahe gelegene Berghöhe mit dem Namen Rulesberg und ein gewaltiger Felsblock mit einer schüsselartigen Vertiefung, genannt Heunenschüssel, sind Zeugen einer einstigen Wotans-Kultstätte.

Das älteste historische Zeugnis für ein christliches Heiligtum stammt aus dem Jahr 1406 und ist durch den Kardinal und päpstlichen Legaten Julianus, Bischof von Ostia, ausgefertigt. Sie hat die Verleihung eines Ablasses zum Inhalt: „Die holdseligste Jungfrau, ... wird an gewissen Orten besonders verehrt, woraus die Gläubigen großen Nutzen für ihr Seelenheil ziehen. Wir wollen nun, dass die Kapelle in Monte Angelorum, genannt auf dem Engelberg... in geziemender Weise ausgebessert, hergerichtet und instand gehalten werde ..."

Die Geschichte des Engelberges

über dem Main, damals „Rulesberg“ genannt, geht zurück bis in die vorchristliche Epoche. Damals befand sich dort eine heidnische Kultstätte, wovon heute noch der sogenannte „Hünenstein“ oder „Heuneschüssel“, ein gewaltiger Felsblock mit einer schüsselartigen Vertiefung, Zeugnis gibt.

Etwa um 1300 wurde auf dem Berg eine einfache Kapelle aus Holz errichtet und dem Erzengel Michael geweiht. Als Anführer der himmlischen Heerscharen wählte man ihn mit Vorliebe zum Kirchenpatron an Plätzen ehemaliger heidnischer Heiligtümer. So wurde aus dem alten „Rulesberg“ allmählich der „Engelberg“. Anfang des 14. Jahrhunderts (1310 wird genannt) kam in die Kapelle auch eine Marienstatue, die dort bis heute als wundertätiges Gnadenbild verehrt wird und das Ziel von Wallfahrten ist.

Die Doppelverehrung des Erzengels Michael und der Gottesmutter Maria, als „Königin der Engel“, ist der Ursprung der hiesigen Wallfahrt. Ihre älteste authentische Urkunde, deren Inhalt auf eine stark besuchte aber reparaturbedürftige Kapelle schließen lässt, stammt aus dem Jahr 1406.

Als die Zahl der Pilger immer stärker wurde, berief der Mainzer Erzbischof Anselm Casimir Wambolt von Umstadt, zu dessen Sprengel das Gebiet seinerzeit gehörte, 1630 die Kapuziner auf den Engelberg und ließ ihnen ein Kloster bauen. Den ersten urkundlich belegten Marien-Gnadenaltar stiftet 1692 General Jakob Alfons Franz Calderon d’Avila, der auch 1695 in der Klosterkirche beigesetzt wurde, und dessen Grabplatte dort erhalten ist.

1828 wurde der Konvent auf Anordnung Königs Ludwig I. von Bayern von den Franziskanern der Bayerischen Franziskanerprovinz übernommen.

1865 erschien in Band 1 der „Bilder aus der Geschichte der Kirche“ die Erzählung „Maria Regina“ von Gräfin Ida Hahn-Hahn, die sich um das Kloster Engelberg über dem Main rankt.

Grablege der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg

Seit 1724 ist das Kloster Engelberg die Grablege der Wittelsbacher Seitenlinie der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, die seit 1721 auf Schloss Löwenstein im nahen Kleinheubach residieren, in welchem sich auch eine Schlosskapelle befindet, die früher von den Kapuzinern des Klosters Engelberg mitversehen wurde. Ursprünglich setzte man die Toten in der Engelberger Klosterkirche bei; 1840 ließen die Fürsten auf dem Klosterareal eine separate Gruftkapelle für ihr Geschlecht errichten, die bis heute als Familiengrablege dient. In der Klosterkirche selbst befindet sich das Epitaph von Fürst Ludwig Carl Franz Leopold zu Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein, einem Verwandten der Löwensteiner, der 1799 einen Kutschenunfall hatte und in Kleinheubach starb.